Thema HippoKinesiologie®

Wir haben das an anderer Stelle schon besprochen:

Das menschliche Gehirn besteht im Wesentlichen aus vier Schichten, die nach einem evolutionsbedingten Reifungsprozess verfügbar werden. Das ist wie ein Naturgesetz - nicht veränderbar.

Die erste liegt direkt über dem Rückenmark und wird Medulla oblongata genannt. Sie ermöglicht uns, Kopf, Rumpf, Arme und Beine zu bewegen. Beobachten Sie einmal genau, was ein Säugling während seiner ersten Lebenstage tut! Er "trainiert" diese Hirnregion mit den entsprechenden Bewegungen. Wie oft? - Ich bin sicher, Sie können das gar nicht zählen.

Die nächsthöhere Schicht ist der Pons. Dort werden die Rumpf- und Gliederbewegungen koordiniert , um das Kriechen in Bauchlage zu ermöglichen.

Darüber liegt das Mittelhirn. Dieses erlaubt dem Kind, sich auf Hände und Knie aufzustützen und zu krabbeln.


Die oberste Schicht ist der Neokortex, der für den aufrechten Gang zuständig ist.


Das soll nicht heißen, dass der Neokortex bis dahin nicht beteiligt ist! Natürlich arbeitet das Großhirn von Anfang an bis zu einem gewissen Grad mit.  Die Hauptarbeit - die Vernetzung des "Systems", über welches dann alle Abläufe stattfinden - passiert während dieser Entwicklungsphasen jedoch im Stammhirn. 

Bei altersentsprechender Entwicklung eines Kindes verlaufen die Etappen der Stammhirnreifung parallel zu den Phasen der hauptsächlich ausgeübten Bewegungsmuster.
Auf ähnliche Weise spiegelt sich die Entwicklung der Sinnesorgane - Riechen, Hören, Tasten, Sehen... , und die Entwicklung motorischer Funktionen der Hände, Beine und Füße wider.  

Wir haben für die HippoKinesiologie® einfache, spielerische Tests entwickelt, die uns ermöglichen, den aktuellen Stand  der neurologischen Reife zu ermitteln. Dabei werden motorische und sensorische Fertigkeiten in Relation zur altersentsprechenden Entwicklung betrachtet.

Die HippoKinesiologie® setzt immer am tiefsten Punkt dieser Beobachtungen an. Das Fundament soll tragfähig sein.

Von diesem Moment an gehen wir Schritt für Schritt mit der normalen Gehirnentwicklung konform. Es darf kein Abweichen geben, und vor allem kein Überspringen von Entwicklungsstufen. Wann ein Vorwärtsgehen möglich ist, und auf welche Weise, entscheidet der Körper des Klienten über den Muskeltest. 

Versuche nicht, Stufen zu überspringen!


Wer einen langen Weg vor sich hat läuft nicht.


       (Paula Modersohn-Becker)

Diese Programme machen Michaela und ich gemeinsam. Im Zuge der kinesiologischen Balance rufen wir die geschädigte Hirnregion auf. Dann wird genau da balanciert. Einer von uns beiden ist immer Surrogat (das ist eine Methode, die in der Kinesiologie entwickelt wurde, um Personen - oder z.B. auch Tiere - auszutesten, an welchen ein Muskeltest nicht möglich wäre). In dieser Rolle können wir oft sehr intensiv die Gefühle und die körperlichen Zustände der getesteten Person an uns selbst wahrnehmen.

Die Praxis hat uns sensibilisiert.

Als Balance – Menü dienen Elemente aus vielen verschiedenen kinesiologischen Programmen und anderen energetischen Behandlungsmethoden.

Es ist oft notwendig, vorhandene Traumata und Blockaden aufzulösen, Bevor die entsprechende Hirnregion wieder aufnahmebereit ist. Wir stellen das Körper - Geist - System auf die neuen Impulse ein. Nur dann ist es wirklich in der Lage, diese nachhaltig und dauerhaft zu integrieren.

Nun ist es zwar die eine Sache, Verbindungen zwischen bestimmten neuronalen Kernen anzulegen; die noch viel schwierigere Aufgabe ist aber, diese zu automatisieren, das heißt, zu myelinisieren!

Myelin bildet sich unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Immer wenn wir etwas vollständig erlernt haben und dauernd praktizieren, haben wir gleichzeitig erreicht, dass sich eine Myelinschicht um die zuständigen Nervenverbindungen angelagert hat. Diese Schicht wirkt einerseits isolierend, andererseits beschleunigt sie die Weiterleitung von Impulsen erheblich. Das ist sehr schön an automatisierten Handlungsabläufen zu erkennen.

Beispiel?

Können Sie Auto fahren? Dann müssen Sie sicher nicht mehr überlegen, wo das Gaspedal zu finden ist! Und wie schnell das geht! Die neuronalen Bahnen, die Sie dazu beanspruchen sind automatisiert und mit Sicherheit bestens myelinisiert!

Diese Automatisierung erfolgt allerdings erst nach vielen, vielen Wiederholungen des selben Handlungsablaufs. Das gilt für die „anspruchsvolleren“ Tätigkeiten genauso wie für die ganz elementaren.

Was wir also auch im Falle einer Stammhirnschädigung brauchen, ist üben in der entsprechenden Intensität, und mit ausreichender Kontinuität.

Genau diese Hilfestellung bietet das Pferd!