Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Familien, die freundlicherweise ihre Zustimmung zur Veröffentlichung ihrer Fallgeschichte gegeben haben!

 

Dieses Mädchen kommt wegen einer Entwicklungsverzögerung zu uns. Im Laufe der letzten Monate hat sich ihr Wortschatz beträchtlich erweitert. Zug um Zug weicht ihr "Zehenspitzengang" einem schönen Gehmuster.
 
 

       

A. kam ein paar Tage verspätet mit Kaiserschnitt auf die Welt. Schon bei der Geburt gab es einige Komplikationen. Sie entwickelte sich aber vorerst gut. Mit knapp 4 Wochen konnte Anja nach Hause entlassen werden. Zu dieser Zeit hat sie aber begonnen unaufhörlich zu schreien. Zu beruhigen war sie nur, wenn sie am Körper getragen wurde.

Im Lauf der nächsten Jahre entwickelten sich schwere körperliche Symptome. Tetraplegie – das sind Lähmungserscheinungen an allen vier Extremitäten. Mit knapp 4 Jahren wurde eine Operation an den Beinmuskeln vorgenommen, um den Spasmus der Oberschenkel einigermaßen zu verringern.

Auf Grund der stetig zunehmenden Spastizität erlernte A. weder Kriechen, noch Krabbeln oder Gehen. Mit 11 Jahren konnte sie nur den Kopf heben und im Unterarmstütz auf dem Bauch liegen. Da sie auch nicht sprechen konnte und daher ihre Intelligenz nicht messbar war, wurde sie als komplex schwerst behindert eingestuft.

Eine Hüftluxation bereitete in zunehmendem Maße Schwierigkeiten. Die Eltern waren von Anfang an sehr engagiert und nutzten jede greifbare Methode um A. zu fördern. So fuhren sie ab 1993 halbjährlich zu Professor Kozijavkin zur Manualtherapie in die Ukraine. 1997 reiste die Familie sogar nach Amerika zur Doman – Therapie in Philadelphia.

Ab damals änderte sich der ganze Alltag.

Nun musste ein Mammutprogramm von 12 Stunden täglich trainiert werden. Die Familie schaffte es, 120 freiwillige Helfer auf die Beine zu bringen, die einen kontinuierlichen Verlauf sicherstellen.

Nach der 2. Behandlung in Amerika waren allerdings alle Geldmittel ausgeschöpft und an eine Fortsetzung dieses Programms war vorläufig nicht mehr zu denken. So wurde eine Zeit lang mit dem Helferteam zu Hause weitergemacht, bevor Familie B. von uns erfuhr.

Exakt an ihrem 17. Geburtstag beginnt unsere Arbeit mit A..

Das Mädchen wird waagrecht und steif wie ein Brett aus dem Kleinbus herausgereicht. Sie musste die 8-stündige Fahrt quer über die Rücksitze auf dem Schoß der Mutter zubringen Offensichtlich konnten alle bisherigen Interventionen das immer schnellere Fortschreiten der Spastizität nicht verhindern. Sie hat große Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und bei der Verdauung. Alle 5-6 Tage muss Mama händisch den Stuhl ausräumen.

A. hat eine extreme Wirbelsäulenverkrümmung, auch der Brustkorb ist stark deformiert. Man nennt das „Windschlagdeformation“. Gerades Liegen auf dem Rücken ist nicht möglich, wir müssen Keile unter die rechte Hüfte schieben, da A. sonst Schmerzen hätte. Abbiegen in der Hüfte ist überhaupt nicht möglich.

Schon nach den ersten Programmen gibt es sichtbare Erfolge:

Die Skoliose bildet sich langsam, aber sichtbar zurück – die Wirbelsäule wird gerader. Auch das Becken liegt jetzt flach auf und muss nicht mehr abgestützt werden. Die Hände sind lockerer und offen, A. ist insgesamt weniger spastisch.

Die Verdauung hat sich normalisiert, es sind keinerlei Hilfsmittel mehr notwendig.

Sowohl Konzentrationsfähigkeit als auch Aufmerksamkeit haben sich stark verbessert, A. kann den rechten Arm bewusst hochheben. Außerdem bleibt das Mädchen während des letzten Winters gesund, obwohl der Rest der Familie an einer schweren Grippe leidet.

Zum Programm im April kommt A. mit dem Wunsch, sitzen zu lernen, weil sie von ihrer Schwester das Versprechen hat, dann auf Popkonzerte und in die Disco mitfahren zu dürfen! Schon an einem der ersten Tage des Intensivprogramms ist A. in der Lage, einige Minuten auf der Bettkante zu sitzen, während ihre Mutter sie wäscht.

Im Juli 2002 war A. 4 Wochen in unserem Sommercamp auf Korfu, wo wir täglich 4 – 5 Stunden mit ihr gearbeitet haben (inklusive Wasserarbeit im Meer).

Wer jemals mit solchen Zustandsbildern konfrontiert war weiß, dass diese normalerweise progressiv verlaufen. Das heißt, man erwartet, dass es immer schlechter wird.

Zwischen diesen beiden Bildern liegt 1 Jahr Arbeit.

 

weitere Bilder und Berichte....bitte um etwas Geduld, diese Dateien laden lšnger...weitere Bilder und Berichte....bitte um etwas Geduld, diese Dateien laden länger.....
"Balkenaplasie"
schöne Erinnerungen